Pflegeschulung zu Hause: Ein wichtiges Werkzeug für pflegende Angehörige

Harald Immer • 26. Februar 2024

Wer einen Angehörigen pflegt, braucht viel Liebe und Geduld. Ebenso wichtig für die bestmögliche Versorgung ist aber auch fachliches Wissen, welches Laien gerade zu Beginn der Pflegesituation selbstverständlich noch fehlt. Damit sie ihre verantwortungsvolle Aufgabe dennoch gut stemmen können, sind Pflegeschulungen ein unverzichtbares Instrument. Sie bieten praktische Anleitungen und wertvolle Einblicke, die pflegenden Angehörigen helfen, die tägliche Pflege sicherer, effektiver und einfühlsamer zu gestalten.

  Wichtig: In § 45 SGB XI ist festgelegt, dass Pflegekassen pflegenden Angehörigen kostenlose Pflegekurse und

  Pflegeschulungen anbieten müssen. Für Sie entstehen also keine Kosten, wenn Sie sich die Grundlagen für die

  Pflege eines Angehörigen aneignen.

Sinn und Zweck: Stärkung Ihrer Kompetenzen

Inhaltlich erwerben Sie grundlegende Fähigkeiten und Techniken, die für die häusliche Pflege essentiell sind. Speziell gehören dazu praktische Pflege, Selbstpflege, Hygiene sowie Recht und Soziales. Effektiv stärken Sie damit Ihre Kompetenz im Umgang mit alltäglichen Pflegesituationen und reduzieren das Risiko von Verletzungen sowohl für sich selbst als auch für die pflegebedürftige Person. Ziel ist es also, eine möglichst hohe Qualität der Pflege sicherzustellen, während gleichzeitig das Risiko von Verletzungen und gesundheitlichen Belastungen minimiert wird.


Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Varianten von Pflegekursen bzw. Pflegeschulungen, zwischen denen Sie wählen können:

  • Öffentliche Pflegekurse: Diese Kurse finden in einem Gruppensetting statt und bieten die Möglichkeit, sich mit anderen pflegenden Angehörigen auszutauschen.
  • Individuelle Pflegeschulungen in der Häuslichkeit: Diese Schulungen sind maßgeschneidert auf Ihre persönliche Situation. Sie finden direkt in Ihrem Zuhause statt, was eine praxisnahe und individuelle Lernumgebung schafft.
  • Online-Pflegekurse: Diese flexiblen Kurse ermöglichen es Ihnen, sich unabhängig von Ort und Zeit weiterzubilden.

Unser Angebot: Pflegeschulung in der Häuslichkeit

Als Dienstleister in der ambulanten Pflege wissen wir, mit welchen Fragen und Herausforderungen sich pflegende Angehörige häufig konfrontiert sehen. Es ist uns daher ein besonderes Anliegen, Ihnen Pflegeschulungen im eigenen Zuhause anzubieten. Die Schulungen sind praxisorientiert und werden individuell auf Ihre Fragen und Probleme zugeschnitten, um Ihnen die relevantesten und hilfreichsten Informationen zu bieten. Dazu gehören etwa der Umgang mit Pflegehilfsmitteln, der sichere Transfer vom Bett in den Rollstuhl und das kräfte- und rückenschonende Bewegen des Pflegebedürftigen. Besonders wichtig ist auch der angemessene Umgang mit an Demenz erkrankten Patient*innen, um sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für Sie als Pflegende eine angenehme und sichere Umgebung zu schaffen. Darüber hinaus können wir auch ihr eigenes Wohlbefinden thematisieren und besprechen, wie Sie die körperlichen und seelischen Belastungen durch die Pflege vermindern können.

Fazit: Pflegeschulungen als Fundament für die häusliche Pflege

Pflegeschulungen sind eine wertvolle Ressource für jeden, der die Pflege eines Angehörigen übernimmt. Sie bieten nicht nur praktische Fähigkeiten und Kenntnisse, sondern auch emotionale Unterstützung und ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen. Indem sie pflegenden Angehörigen das notwendige Rüstzeug an die Hand geben, tragen sie wesentlich dazu bei, die Pflege zu Hause sicher und wirkungsvoll zu machen.


Auch Sie wünschen eine individuelle Pflegeschulung? Sprechen Sie uns gerne jederzeit an! Über die Pflegeschulung hinaus bieten wir auch weitere Unterstützungsangebote an.

Unterstützung finden

FAQ

  • Ist eine Pflegeschulung für pflegende Angehörige kostenlos – und wer hat Anspruch darauf?

    Ja, nach § 45 SGB XI sind Pflegekassen gesetzlich verpflichtet, pflegenden Angehörigen kostenlose Pflegekurse und Pflegeschulungen anzubieten – es entstehen also keinerlei Eigenkosten. Der Anspruch besteht für alle Personen, die einen nahen Angehörigen zu Hause pflegen, unabhängig davon, ob die pflegebedürftige Person Pflegegrad 1, 2, 3, 4 oder 5 hat. Gerade zu Beginn einer neuen Pflegesituation – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder der Feststellung eines Pflegegrades – ist eine Schulung besonders wertvoll, um schnell Sicherheit im Umgang mit dem Pflegebedürftigen zu gewinnen.

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  • Was wird in einer Pflegeschulung zu Hause konkret vermittelt?

    Die individuellen Pflegeschulungen in der Häuslichkeit sind praxisorientiert und werden auf die persönlichen Fragen und Probleme der pflegenden Angehörigen zugeschnitten. Typische Inhalte sind der sichere Umgang mit Pflegehilfsmitteln, der kräfte- und rückenschonende Transfer vom Bett in den Rollstuhl sowie das richtige Bewegen und Lagern pflegebedürftiger Menschen. Auch der angemessene Umgang mit an Demenz erkrankten Personen sowie die Themen Selbstpflege und Belastungsreduktion für pflegende Angehörige gehören zum Schulungsangebot der Sozialstationen Mittelbaden. So lernen Sie nicht nur, Ihren Angehörigen sicher zu versorgen, sondern schützen auch Ihre eigene Gesundheit

    Details
  • Was ist der Unterschied zwischen einer Pflegeschulung zu Hause und einem öffentlichen Pflegekurs?Was ist der Unterschied zwischen einer Pflegeschulung zu Hause und einem öffentlichen Pflegekurs?

    Grundsätzlich gibt es drei Varianten: öffentliche Pflegekurse im Gruppensetting, individuelle Pflegeschulungen in der Häuslichkeit und Online-Pflegekurse. Der entscheidende Vorteil der häuslichen Pflegeschulung liegt in der Praxisnähe: Die Fachkraft kommt direkt zu Ihnen nach Hause und zeigt Ihnen Techniken und Handgriffe in Ihrer eigenen Wohnumgebung – mit den Hilfsmitteln und dem Pflegebett, das Sie täglich nutzen. Öffentliche Gruppenkurse hingegen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Pflegenden auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Die Sozialstationen Mittelbaden bieten ausdrücklich die individuelle Schulung zu Hause an und empfehlen diese besonders dann, wenn spezifische Pflegesituationen – etwa Demenz oder Mobilitätseinschränkungen – gezielt besprochen werden sollen.

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