Gefahren im Alter erkennen und sich vor Betrug schützen
Enkeltrick, Schockanruf und falsche Bankmitarbeiter haben ein gemeinsames Ziel: Menschen unter Druck setzen, damit sie Geld, Wertsachen oder persönliche Daten herausgeben. Häufig beginnt alles mit einem unerwarteten Anruf oder einer scheinbar harmlosen Nachricht. Wer die typischen Warnzeichen kennt, kann das Gespräch rechtzeitig beenden und sich Unterstützung holen.
Gerade ältere Menschen werden bei bestimmten Betrugsmaschen gezielt angesprochen. Das bedeutet aber nicht, dass sie grundsätzlich leichtgläubig sind. Die Täter gehen oft sehr vorbereitet vor und nutzen die Sorge um Angehörige oder das Vertrauen in Behörden aus. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie sich am Telefon, im Internet und an der Haustür schützen können.
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Warum ist Telefonbetrug auch in Mittelbaden ein Thema?
Telefonbetrug verursacht erhebliche Schäden und betrifft Menschen mitten in ihrem Alltag. Nach Angaben des Landes Baden-Württemberg zur Kriminalstatistik 2025 wurden landesweit rund 14.600 Fälle der Tatvarianten „Falscher Polizeibeamter“, „Enkeltrick“ und „Schockanruf“ registriert. Darin enthalten sind auch auslandserfasste Fälle. Der Schaden betrug rund 23,1 Millionen Euro.
Zugleich blieben mehr als 96 Prozent dieser registrierten Taten im Versuchsstadium. Die Zahlen zeigen, wie häufig solche Kontaktaufnahmen vorkommen und wie wichtig es ist, eine verdächtige Situation zu unterbrechen.
Häufige Warnzeichen sind Zeitdruck, die Aufforderung zur Geheimhaltung und die Forderung, Geld oder Wertsachen an eine unbekannte Person zu übergeben. Auch wenn die Geschichte glaubwürdig wirkt: Sie dürfen jederzeit auflegen.

Welche Betrugsmaschen sollten Sie kennen?
Die Geschichten wechseln, die Vorgehensweisen ähneln sich. Besonders aufmerksam sollten Sie bei diesen Situationen werden:
🚨 Beim Enkeltrick wird eine vertraute Beziehung vorgetäuscht
Beim Enkeltrick behauptet eine fremde Person, ein Familienmitglied oder eine andere nahestehende Person zu sein. Häufig nennt sie zunächst keinen eindeutigen Namen. Im weiteren Gespräch entsteht angeblich ein dringender Geldbedarf, etwa für einen Kauf oder eine Notlage.
Nennen Sie selbst keine Namen, die die anrufende Person übernehmen könnte. Beenden Sie das Gespräch und wählen Sie die Ihnen bekannte Nummer des angeblichen Angehörigen. Übergeben Sie kein Geld an eine vermeintlich beauftragte Person.
Weitere Hinweise finden Sie bei der Polizeilichen Kriminalprävention zum Enkeltrick.
🚨 Schockanrufe lösen Angst um Angehörige aus
Ein Schockanruf täuscht eine dramatische Notlage vor. Angeblich hat beispielsweise ein Kind einen schweren Unfall verursacht und benötigt sofort Geld für eine Kaution. Manchmal wechseln sich mehrere Personen am Telefon ab, die vorgeben ein Familienmitglied, ein Polizeibeamter oder ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft zu sein.
Beenden Sie den Anruf, bevor Sie etwas veranlassen. Prüfen Sie die Geschichte über bekannte Kontakte. Lassen Sie sich nicht durch Weinen, Schreien oder die Behauptung, jede Minute zähle, zu einer Zahlung drängen. Die Polizei erklärt die Vorgehensweise bei Schockanrufen und empfiehlt, sich dem aufgebauten Druck durch Auflegen zu entziehen.
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Falsche Polizeibeamte wollen Geld angeblich in Sicherheit bringen
Bei dieser Masche erzählen Kriminelle von Einbrüchen in der Nähe oder angeblichen Ermittlungen gegen Bankbeschäftigte. Sie fordern Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen, die eine Person abholen soll.
Die echte Polizei wird Sie nicht auffordern, Ihr Vermögen an Unbekannte zu übergeben oder an einem vermeintlich sicheren Ort zu hinterlegen. Auch eine angezeigte Behördennummer beweist nichts, denn Rufnummern lassen sich manipulieren. Legen Sie auf und wählen Sie bei einem solchen Verdacht selbst die 110. Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion.
Hier finden sie
Hinweise zu falschen Polizeibeamten.

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Messenger-Betrug beginnt häufig mit einer neuen Handynummer
Beim Messenger-Betrug gibt sich jemand per WhatsApp oder SMS als Kind oder Enkel aus. Das bisherige Telefon sei defekt, dies sei die neue Nummer. Kurz darauf folgt die Bitte, eine Rechnung oder einen anderen Betrag zu überweisen.
Speichern Sie die neue Nummer nicht vorschnell als Familienkontakt ab. Rufen Sie zunächst die bisherige Nummer an oder fragen Sie persönlich nach. Ein Profilfoto und persönliche Angaben sind kein verlässlicher Identitätsnachweis. Hier finden Sie
Tipps der Polizei zum Messenger-Betrug.
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Falsche Bankmitarbeitende und Phishing zielen auf Kontodaten
Betrügerische Anrufe oder Nachrichten können vorgeben, dass Ihr Konto gesperrt werden müsse oder eine verdächtige Buchung vorliege. Sie sollen dann Zugangsdaten eingeben, eine TAN nennen oder Geld auf ein angebliches „Sicherheitskonto“ überweisen.
Öffnen Sie das Onlinebanking über die selbst gestartete Banking-App oder die bekannte Internetadresse. Nutzen Sie dafür keinen Link aus einer unerwarteten Nachricht. Prüfen Sie eine behauptete Kontostörung direkt bei Ihrer Bank über einen unabhängig ermittelten Kontakt. Geben Sie keine Zahlung frei, die Sie nicht selbst veranlasst haben. Hier finden Sie
Informationen der Polizei zu Phishing.

🚨 Angeblicher Computersupport verlangt Zugriff auf Ihr Gerät
Falsche Beschäftigte eines Softwareunternehmens behaupten am Telefon, Ihr Computer sei gefährdet. Für die angebliche Reparatur sollen Sie ein Programm installieren oder Fernzugriff erlauben. So können Kriminelle Daten auslesen oder Zahlungen auslösen.
Beenden Sie einen solchen unerwarteten Supportanruf. Installieren Sie nichts auf Aufforderung der anrufenden Person. Haben Sie bereits Zugriff gewährt, trennen Sie das betroffene Gerät vom Internet und holen Sie fachkundige Hilfe. Nutzen Sie für die Kontaktaufnahme mit der Bank ein anderes, vertrauenswürdiges Gerät.
Hinweise zu falschem Computersupport finden Sie hier.
Wie schützen Sie sich an der Haustür?
Lassen Sie unbekannte Personen erst herein, wenn Sie deren Identität und den Anlass des Besuchs unabhängig geprüft haben. Täter geben sich beispielsweise als Handwerker, Beschäftigte eines Versorgungsunternehmens oder eines sozialen Dienstes aus. Während eine Person ablenkt, kann eine zweite die Wohnung durchsuchen.
- Prüfen Sie durch Türspion, Fenster oder Gegensprechanlage, wer vor der Tür steht.
- Lassen Sie die Tür geschlossen, während Sie einen unangekündigten Besuch überprüfen.
- Rufen Sie den genannten Dienst oder Betrieb unter einer Ihnen bekannten Nummer an. Verwenden Sie keine Nummer, die Ihnen die unbekannte Person vorgibt.
- Unterschreiben Sie keine Unterlagen unter Druck und übergeben Sie weder Geld noch Zahlungskarten.
- Holen Sie bei Unsicherheit eine vertraute Person hinzu.
Das gilt auch, wenn sich jemand als Pflegekraft oder als Vertretung Ihres Pflegedienstes ausgibt. Fragen Sie direkt bei Ihrer Sozialstation nach, bevor Sie eine Ihnen unbekannte Person hereinlassen. Weitere Hinweise bietet die Polizei zum Trickdiebstahl in Wohnungen.
Können Betrüger Stimmen von Angehörigen nachahmen?
Mit künstlicher Intelligenz lassen sich Stimmen imitieren, sodass die Stimme allein kein sicherer Identitätsnachweis ist. Darauf weist die Polizeiliche Kriminalprävention in ihrer Warnung vor Telefonbetrug hin.
Für die Überprüfung müssen Sie keine technischen Fälschungsmerkmale erkennen. Beenden Sie den Kontakt und rufen Sie über eine bekannte Nummer zurück. Ein innerhalb der Familie vereinbartes
Codewort kann zusätzlich helfen. Es ersetzt jedoch nicht die unabhängige Rückfrage, wenn Geld verlangt wird.
Was tun Sie bei Verdacht oder nach einem Betrug?
Schnelles Handeln kann weitere Schäden begrenzen. Welche Schritte zuerst nötig sind, hängt davon ab, ob die Situation noch läuft oder bereits Geld beziehungsweise Daten herausgegeben wurden.
1. Kontakt unterbrechen: Legen Sie auf, beenden Sie den Chat und treffen Sie keine weiteren Zahlungsentscheidungen.
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2. Akute Gefahr melden: Wenn eine Übergabe bevorsteht, jemand vor Ihrer Tür wartet oder Sie bedroht werden, wählen Sie die 110. Konfrontieren Sie die Person nicht selbst.
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3. Bank sofort verständigen: Haben Sie überwiesen oder Bankdaten weitergegeben, lassen Sie betroffene Zugänge und Karten sperren. Fragen Sie unmittelbar, ob eine Zahlung noch gestoppt oder zurückgerufen werden kann.
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4. Belege sichern: Bewahren Sie Nachrichten, Rufnummern, Zahlungsbelege und Screenshots auf. Notieren Sie den Ablauf und die Uhrzeit. Löschen Sie den Chat nicht vorschnell.
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5. Anzeige erstatten: Wenden Sie sich an eine Polizeidienststelle. Für nicht dringende Fälle steht auch die Onlinewache Baden-Württemberg zur Verfügung.
Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen. Wer getäuscht wurde, braucht Unterstützung und keine Vorwürfe. Verantwortlich für den Betrug sind die Täter.
FAQ
Darf ich bei einem angeblichen Polizeianruf einfach auflegen?
Ja. Sie können das Gespräch beenden und selbst bei der Polizei nachfragen. Bei einem laufenden Betrugsversuch wählen Sie die 110. Verwenden Sie keine von der anrufenden Person genannte Rückrufnummer.
Ist ein Anruf echt, wenn im Display 110 steht?
Nein. Die Polizei ruft nicht unter der Notrufnummer 110 an. Rufnummernanzeigen können manipuliert werden. Eine bekannte oder amtlich wirkende Nummer beweist deshalb nicht, wer tatsächlich anruft.
Was mache ich, wenn ich mein Kind nicht sofort erreiche?
Leisten Sie trotzdem keine Zahlung. Versuchen Sie einen weiteren bekannten Kontakt, beispielsweise die Partnerin oder den Partner Ihres Kindes. Besteht der Verdacht auf einen laufenden Betrug, holen Sie die Polizei hinzu.
Kann eine vertraute Stimme gefälscht sein?
Ja. Stimmen können technisch nachgeahmt werden. Prüfen Sie ungewöhnliche Geldforderungen deshalb immer über einen anderen, bekannten Kontaktweg.
Was ist nach einer betrügerischen Überweisung am wichtigsten?
Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und fragen Sie nach einem Stopp oder Rückruf der Zahlung. Sichern Sie anschließend die Belege und erstatten Sie Anzeige. Ob Geld zurückgeholt werden kann, hängt vom Einzelfall ab.
Kann ich einen Betrugsversuch auch ohne Geldverlust anzeigen?
Ja. Auch ein gescheiterter Versuch kann angezeigt werden. Nachrichten, Rufnummern und eine Beschreibung des Ablaufs können für die Ermittlungen hilfreich sein.
Wie spreche ich mit einem betroffenen Angehörigen?
Hören Sie zu und verzichten Sie auf Schuldzuweisungen. Helfen Sie bei den nächsten Schritten, etwa beim Anruf bei der Bank oder bei der Anzeige. Besprechen Sie danach gemeinsam, wie verdächtige Kontakte künftig überprüft werden können.










